Ich packe meinen Koffer …
März 28, 2008
… und nehme so ziemlich alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.
Nun, das muss ehrlich gesagt nicht sein. Es gibt grundsätzlich nichts in Deutschland, was es nicht in Japan auch geben würde. Zumindest an Dingen, die für die Reise notwendig sind.
Es gibt sicherlich zahlreiche Seiten mit ähnlichen Auflistungen, aber ich mache trotzdem mal eine kleine Liste mit Grundutensilien, die euch zumindest über die ersten Tage bzw. schon die Langeweile im Flugzeug helfen sollten. Darum fange ich erstmal mit dem Handgepäck an:
- Reisepass (einschl. Visum)
- Flugticket
- Versicherungsschein
- Handy
- Kamera
- EC-/ Kreditkarte
- Spannendes Buch, Rätselzeitschrift oder alternativ ein Japanisch-Crashkurs
- Kugelschreiber
- Taschentücher
- Ohrstöpsel
- vielleicht den mp3-player oder eine tragbare Spielekonsole wie PSP oder NDS
- Reisekaugummi oder Zahnpflegekaugummi
Falls ihr einen Zwischenstopp bei eurem Flug habt, wie das bei mir der Fall ist, nehmt besser noch ein paar Kekse oder anderes Knusperzeug mit, damit ihr am Umsteigeflughafen nicht übermäßig Geld für Essen ausgeben müsst.
Jetzt zum Koffer – wie gesagt, das sind nur Anhaltspunkte, ihr solltet eigentlich alles, was man irgendwie vergessen kann, in Japan kaufen können.
Schal und Handschuhe könnt ihr übrigens daheim lassen, wenn ihr nicht gerade nach Hokkaido wollt, derzeit sind in Tokyo zwischen 12 und 18 °C und mir wurde versichert, dass kein kalter Wind weht. Ich gehe dann mal davon aus, dass jeder selbst weiß, was er für Kleidung braucht, und erinnere nur an den ganzen Rest.
- Ladekabel (für Handy, Spielkonsole, mp3-player, Kamera etc.)
- USA-Steckdosenadapter, falls ihr einen habt
- Reiseapotheke mit Impfausweis, Pflastern und Tabletten gegen Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Übelkeit und Magenkrämpfe, Wundbalsam, vielleicht Augentropfen, Nasenspray
- Hautcreme (das Wasser hat eine andere Zusammensetzung als bei uns, Hautirritationen sind vorprogrammiert)
- Haarspülung/Conditioner (wieder wegen dem Wasser)
- Ersatzspeicherkarte für die Kamera
- Wörterbuch
- Schreibutensilien
- Falls ihr ein Working Holiday Visum habt, packt noch zwei von den Biometriefotos ein, die braucht ihr später bei der Anmeldung in eurer zuständigen Einwanderungsbehörde.
Vergesst bei all dem Krempel bloß nicht die Unterwäsche und die Socken, und falls ihr über den Sommer in Japan seid, steckt auch die Badesachen und Sonnencreme ein. Wenn euch sonst noch etwas einfällt, was unbedingt notwendig ist, dann schreibt mir doch einfach und ich füge das meiner Aufzählung noch hinzu.
In diesem Sinne: Guten Flug und eine sichere Landung!
Wie bekomme ich ein Visum – Teil 2 – Die Praxis
März 27, 2008
Hier nun also der zweite Teil unserer spannenden Reihe „Wie bekomme ich ein Visum“. Dieser Teil erweist sich möglicherweise sogar als noch schwieriger als der erste, auch wenn es auf den ersten Blick einen ganz anderen Anschein haben mag. Denn eigentlich geht es ja nur noch darum, die ausgefüllten Papiere zur Japanischen Botschaft zu bringen und den Antrag zu stellen, oder?
Nun, das setzt voraus, dass man diese Botschaft erstmal findet. Hiroshimastraße 1, klingt ja an sich nicht allzu kompliziert.
Zwar gibt es auf der bereits viel gelobten Internetseite eine Anfahrtbeschreibung in Form einer Karte, die ist allerdings sehr ungenau und für Ortsfremde nicht gerade aufschlussreich. Man muss ein gewisses Maß an Orientierungssinn besitzen, um mit dieser Karte zurechtzukommen.
Ich habe bewiesenermaßen einen Orientierungssinn wie ein Kühlschrank (kennt irgendjemand Ryoga aka P-chan aus Ranma 1/2? Na gut, im Vergleich zu dem kann ich wenigstens noch Karten lesen) Das verkompliziert die ganze Sache leider ein wenig. Insbesondere wenn die netten Damen am Infopunkt der Bahn einen in die falsche Richtung schicken…
Andererseits hat mir meine Odyssee einen sehr schönen Eindruck vom Freilicht-Gaslaternenmuseum und der Siegessäule verschafft, die übrigens auch „großer Stern“ genannt wird. Als Ortsfremde konnte ich nämlich mit der Richtungsangabe nicht wirklich etwas anfangen ^^.
Wenn ihr dann also endlich in der Hiroshimastraße ankommt, solltet ihr vorsichtshalber auf die Uhr schauen, die Botschaft ist nämlich zwischen 12:30 Uhr und 13:30 geschlossen, wenn ich mich nicht verlesen habe. Während der Öffnungszeiten müsst ihr als nächstes einen Sicherheitscheck über euch ergehen lassen. Der ist ziemlich genau wie am Flughafen, die Tasche wird gescannt und ihr selbst müsst durch einen Metalldetektor laufen. Anschließend dürft ihr das Botschaftsgelände betreten, rechts um die Ecke gehen und dann der eigentlichen Botschaft einen Besuch abstatten. Das Ziel eurer Reise könnt ihr eigentlich nicht verfehlen. Hinter einigen Glasscheiben könnt ihr euch eine von bis zu drei netten Mitarbeiterinnen aussuchen und ihr sagen, dass ihr ein Visum möchtet. Wenn gerade keine anwesend sein sollte, einfach einen der Klingelknöpfe drücken, dann kommt sofort jemand angerauscht und gibt euch ein weiteres englischsprachiges Formular, das ihr leider nicht vorher auf der Internetseite ausdrucken konntet. Falls ihr unsicher seid, nehmt am Besten einfach das Wörterbuch mit auf die Botschaft. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und beantworten gern auch jede andere Frage, die euch noch zum Thema Japan auf dem Herzen liegt.
Euer Visum bekommt ihr, wenn ihr alles mitgebracht habt und der Antrag akzeptiert wird, innerhalb von drei Werktagen. Wenn ihr nicht aus Berlin kommt, nehmt am Besten einen frankierten und an euch selbst adressierten Briefumschlag mit. Solltet ihr den vergessen, könnt ihr notfalls auch eine Vollmacht für jemanden schreiben, der das Visum in eurem Namen abholt und euch irgendwie zukommen lässt.
Und wie sieht so ein Visum jetzt aus? Nun ja, eigentlich ist es ein großer Aufkleber mit Foto, der schließlich in eurem Reisepass klebt und eine ganze Seite einnimmt. Er enthält neben den üblichen persönlichen Daten und der Gültigkeitsdauer die Reisepassnummer, eine Ausgabenummer und eine Visanummer rechts oben in der Ecke, die später zur Überprüfung dient.
Und dieser Aufkleber, der eigentlich gar nicht so außergewöhnlich aussieht, ist der Schlüssel zum Land der aufgehenden Sonne…
Wie bekomme ich ein Visum – Teil 1 – Die Theorie
März 13, 2008
Ja, ich lebe auch noch. Und ich habe in der Zwischenzeit tatsächlich auch etwas Sinnvolles getan, nämlich mir ein Visum organisiert, genauer gesagt ein Ferienarbeitsvisum.
Wie das geht, erfahrt ihr heute. Alternativ könnt ihr natürlich auch die bereits mehrfach erwähnte Seite der Botschaft von Japan nutzen.
Grundsätzlich braucht man ein Visum für Japan, wenn man länger als 90 Tage dort bleiben möchte. Touristen mit deutscher Staatsbürgerschaft bekommen am Flughafen ein Touristenvisum und können sich die ganze Behördengänge etc. sparen.
Voraussetzungen für ein Ferienarbeitsvisum sind:
1. ein gültiger Reisepass (bedeutet auch, dass man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt)
2. mindestens 2000 Euro Eigenkapital
3. Hin- und Rückflugticket (wenn kein Rückflugticket existiert, dann weitere 1100 Euro)
4. eine Auslandskrankenversicherung für die Dauer des Aufenthalts
5. ein Lebenslauf (Vordruck, gibt es hier)
6. eine Planung für die Dauer des Aufenthalts (Vordruck, gibt es hier)
7. eine Begründung für den Antrag (formlos, in Englisch oder Japanisch)
8. ein möglichst aktuelles Passfoto
Das Ferienarbeitsvisum wird normalerweise nur zwischen einem Alter von 18 und 25 Jahren ausgestellt. Ausnahmeregelungen sind aber möglich. Der Antragssteller darf aber nicht von Kindern begleitet werden und darf auch in der Vergangenheit noch kein Ferienarbeitsvisum erhalten haben.
Was bedeutet das Ganze jetzt in der Praxis?
1. Zuerst braucht ihr natürlich einen gültigen Reisepass. Wer den noch nicht hat, geht mit seinem Personalausweis und einem biometrietauglichen Passbild zum nächsten Einwohnermeldeamt bzw. Bürgerbüro, lässt sich digitale Abdrücke der Zeigefinger nehmen, bezahlt derzeit 59 Euro und kann sich zwei bis drei Wochen später seinen fertigen Reisepass abholen.
2. Die 2000 Euro Eigenkapital sollen sicherstellen, dass man die erste Zeit in Japan versorgt ist, auch wenn man noch keinen Ferienjob hat. Man soll ja dem Staat dann nicht auf der Tasche liegen – oder unter einer Brücke schlafen müssen. Woher ihr das Geld nehmt, ist egal. Notfalls müsst ihr es euch von Mutti leihen. Kontrolliert wird das jedenfalls nicht, alles was kontrolliert wird, ist der Betrag auf dem Kontoauszug.
Es ist auch kein Problem, wenn man beispielsweise mehrere Konten mit jeweils nur 1000 Euro hat. Aber dann wäre es von Vorteil, die beiden Auszüge auf eine Seite zu kopieren.
3. Vom Hin- und Rückflugticket genügen einfache Kopien der Buchungsbestätigung, auf denen man die Flugdaten lesen kann und auch ersehbar ist, dass der Flug bezahlt wurde.
4. Etwas komplizierter ist die Sache mit der Auslandsversicherung. Viele Anbieter bieten ja mittlerweile online Vertragsabschlüsse an. In diesem Fall ist die Internetseite, die zum erfolgreichen Vertragsabschluss gratuliert, bereits eure Bestätigung. Ähnlich ist es mit den Broschüren, die man sich zusenden lassen kann. Diese gelten ebenfalls als Bestätigung für die abgeschlossene Versicherung. Man bekommt also meist gar keine gesonderte schriftliche Bestätigung mehr vom Versicherer. Darum ist es ratsam, auf jeden Fall noch den Einzahlungsbeleg der Bank oder einen entsprechenden Kontoauszug in Kopie mitzubringen, um zu beweisen, dass man auch tatsächlich versichert ist.
5. Der Lebenslaufvordruck ist recht einfach gehalten. Den einfach nur in englischer oder japanischer Sprache ausfüllen, viel kann man dabei ja nicht falsch machen.
6. Dasselbe gilt für die Planung des Aufenthalts.
7. Der schwierigere Teil ist jetzt wieder die Begründung für den Antrag. Sicher erwartet niemand perfektes Englisch oder Japanisch, aber man sollte schon irgendwie in Worte fassen können, was man mit dem Visum anfangen will und was man sich von einem Japanaufenthalt verspricht. Konspirationstheoretiker könnten noch behaupten, dass man anhand dieses Schreibens potenzielle Terroristen fernhalten will, aber das sei mal dahin gestellt. (Außerdem könnten die ja ein Touristenvisum nutzen, oder? ^.~)
Am Besten einfach ehrlich sein und schreiben, was man schon immer mal sehen wollte. Vielleicht fallen euch ja auch noch ein paar andere, plausible Gründe ein, z.B. wenn ihr Kampfsport betreibt oder euch für einen bestimmten Autor interessiert.
8. Das Passbild ist wieder euch überlassen. Ihr solltet darauf zu erkennen sein, aber ihr könnt ruhig auch noch eins von den Biometriefotos vom Reisepass abgeben (das Foto vom Reisepass hatte ich damals sogar zurückbekommen und konnte es nochmal benutzen – aber mal ehrlich, gebt ihr gern Fotos weg, auf denen ihr so ausseht als würdet ihr Kinder fressen?)
Diesen ganzen Stapel Papier sammelt ihr dann zusammen und setzt euch in den nächsten Zug in Richtung der japanischen Botschaft bzw. eurer zuständigen Konsularvertretung. Eine Übersicht, welche Orte welcher Vertretung zugeordnet sind, bietet einmal mehr die Seite der Japanischen Botschaft, unter dem Verweis „Konsularisches„.
Was genau dort passiert, und wie es mir ergangen ist, könnt ihr in den nächsten Tagen hier lesen. Ich hoffe, dass dieses Sammelsurium von Informationen dem einen oder anderen, vielleicht sogar weiterhilft.
In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.
Wenn dich das Leben mit Zitronen bewirft, mach Limonade daraus
Strom und Elektrizität
März 4, 2008
Nun wird es langsam mal Zeit, sich Gedanken über die Stromversorgung in Japan zu machen. Damit will ich nicht behaupten, dass es schwierig wäre, eine Steckdose zu finden – immerhin ist Japan ein hoch technisiertes Land und die Überlandleitungen sind ja fast schon legendär – sondern, dass es schwierig sein könnte, ein Gerät zum Funktionieren zu überreden, wenn es an einer Steckdose hängt.
Grundsätzlich sehen die Steckdosen in Japan aus wie die in den USA: also zwei senkrechte Schlitze. Die Stecker dazu haben also zwei senkrechte, längliche Metallkontakte. Das Ganze nennt sich übrigens laut Wikipedia A-Stecker. Angeblich soll es auch B-Stecker bzw. Steckdosen geben, die sind aber fast überhaupt nicht verbreitet.
Die Adapter für Amerika passen also auch in Japan, aber das bedeutet nicht automatisch, dass eure Geräte auch funktionieren.
Die gängige Netzspannung beträgt nämlich – wie in Amerika – nur 100 Volt, ist also nicht mal halb so hoch wie bei uns. Will heißen: Ein Gerät, dass direkt angeschlossen wird, bekommt möglicherweise einfach nicht genug „Saft“ und geht kurzerhand gar nicht erst an. Das ist aber immerhin besser, als wenn es durchbrennen würde, oder?
Ladekabel für Handys, Kameras oder tragbare Spielkonsolen sind allerdings mittlerweile so konstruiert, dass sie auch bei so niedriger Spannung arbeiten können. Schaut dazu am Besten den Stecker mal an, meist sind die Daten aufgedruckt. Wenn nicht, sollten sich Informationen dazu in der Bedienungsanleitung des Geräts finden lassen.
Laptops arbeiten sowieso mit einem Überspannungsschutz (der schwarze Kasten, der immer noch am Kabel „hängt“) und sollten auch bei Unterspannung arbeiten können.
Bei der Netzfrequenz muss man möglicherweise auch etwas vorsichtig sein. Zwar beträgt sie in den meisten Gebieten 50 Hz, wie bei uns, allerdings gibt es auch Gegenden, in denen die Frequenz bei 60 Hz liegt. Das ist Hauptsächlich im westlichen Japan der Fall, also Osaka, Kyoto, Nagoya und Hiroshima. An dieser Stelle sollte man besser den Stecker nicht ohne Weiteres in die Steckdose stecken.
Zusammenfassung
Steckerformat: A
Netzspannung: 100 V
Netzfrequenz: 50 bzw 60 Hz
Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein Besuch in einem Elektronikgeschäft, das sich mit sowas auskennt. Alternativ gibt es mittlerweile für fast alle Gerätetypen USB-Ladekabel, die man dann einfach an einen PC oder Laptop anschließen kann.