Ja, ich lebe auch noch. Und ich habe in der Zwischenzeit tatsächlich auch etwas Sinnvolles getan, nämlich mir ein Visum organisiert, genauer gesagt ein Ferienarbeitsvisum.
Wie das geht, erfahrt ihr heute. Alternativ könnt ihr natürlich auch die bereits mehrfach erwähnte Seite der Botschaft von Japan nutzen.

Grundsätzlich braucht man ein Visum für Japan, wenn man länger als 90 Tage dort bleiben möchte. Touristen mit deutscher Staatsbürgerschaft bekommen am Flughafen ein Touristenvisum und können sich die ganze Behördengänge etc. sparen.

Voraussetzungen für ein Ferienarbeitsvisum sind:
1. ein gültiger Reisepass (bedeutet auch, dass man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt)
2. mindestens 2000 Euro Eigenkapital
3. Hin- und Rückflugticket (wenn kein Rückflugticket existiert, dann weitere 1100 Euro)
4. eine Auslandskrankenversicherung für die Dauer des Aufenthalts
5. ein Lebenslauf (Vordruck, gibt es hier)
6. eine Planung für die Dauer des Aufenthalts (Vordruck, gibt es hier)
7. eine Begründung für den Antrag (formlos, in Englisch oder Japanisch)
8. ein möglichst aktuelles Passfoto

Das Ferienarbeitsvisum wird normalerweise nur zwischen einem Alter von 18 und 25 Jahren ausgestellt. Ausnahmeregelungen sind aber möglich. Der Antragssteller darf aber nicht von Kindern begleitet werden und darf auch in der Vergangenheit noch kein Ferienarbeitsvisum erhalten haben.

Was bedeutet das Ganze jetzt in der Praxis?

1. Zuerst braucht ihr natürlich einen gültigen Reisepass. Wer den noch nicht hat, geht mit seinem Personalausweis und einem biometrietauglichen Passbild zum nächsten Einwohnermeldeamt bzw. Bürgerbüro, lässt sich digitale Abdrücke der Zeigefinger nehmen, bezahlt derzeit 59 Euro und kann sich zwei bis drei Wochen später seinen fertigen Reisepass abholen.

2. Die 2000 Euro Eigenkapital sollen sicherstellen, dass man die erste Zeit in Japan versorgt ist, auch wenn man noch keinen Ferienjob hat. Man soll ja dem Staat dann nicht auf der Tasche liegen - oder unter einer Brücke schlafen müssen. Woher ihr das Geld nehmt, ist egal. Notfalls müsst ihr es euch von Mutti leihen. Kontrolliert wird das jedenfalls nicht, alles was kontrolliert wird, ist der Betrag auf dem Kontoauszug.
Es ist auch kein Problem, wenn man beispielsweise mehrere Konten mit jeweils nur 1000 Euro hat. Aber dann wäre es von Vorteil, die beiden Auszüge auf eine Seite zu kopieren.

3. Vom Hin- und Rückflugticket genügen einfache Kopien der Buchungsbestätigung, auf denen man die Flugdaten lesen kann und auch ersehbar ist, dass der Flug bezahlt wurde.

4. Etwas komplizierter ist die Sache mit der Auslandsversicherung. Viele Anbieter bieten ja mittlerweile online Vertragsabschlüsse an. In diesem Fall ist die Internetseite, die zum erfolgreichen Vertragsabschluss gratuliert, bereits eure Bestätigung. Ähnlich ist es mit den Broschüren, die man sich zusenden lassen kann. Diese gelten ebenfalls als Bestätigung für die abgeschlossene Versicherung. Man bekommt also meist gar keine gesonderte schriftliche Bestätigung mehr vom Versicherer. Darum ist es ratsam, auf jeden Fall noch den Einzahlungsbeleg der Bank oder einen entsprechenden Kontoauszug in Kopie mitzubringen, um zu beweisen, dass man auch tatsächlich versichert ist.

5. Der Lebenslaufvordruck ist recht einfach gehalten. Den einfach nur in englischer oder japanischer Sprache ausfüllen, viel kann man dabei ja nicht falsch machen.
6. Dasselbe gilt für die Planung des Aufenthalts.

7. Der schwierigere Teil ist jetzt wieder die Begründung für den Antrag. Sicher erwartet niemand perfektes Englisch oder Japanisch, aber man sollte schon irgendwie in Worte fassen können, was man mit dem Visum anfangen will und was man sich von einem Japanaufenthalt verspricht. Konspirationstheoretiker könnten noch behaupten, dass man anhand dieses Schreibens potenzielle Terroristen fernhalten will, aber das sei mal dahin gestellt. (Außerdem könnten die ja ein Touristenvisum nutzen, oder? ^.~)
Am Besten einfach ehrlich sein und schreiben, was man schon immer mal sehen wollte. Vielleicht fallen euch ja auch noch ein paar andere, plausible Gründe ein, z.B. wenn ihr Kampfsport betreibt oder euch für einen bestimmten Autor interessiert.

8. Das Passbild ist wieder euch überlassen. Ihr solltet darauf zu erkennen sein, aber ihr könnt ruhig auch noch eins von den Biometriefotos vom Reisepass abgeben (das Foto vom Reisepass hatte ich damals sogar zurückbekommen und konnte es nochmal benutzen - aber mal ehrlich, gebt ihr gern Fotos weg, auf denen ihr so ausseht als würdet ihr Kinder fressen?)

Diesen ganzen Stapel Papier sammelt ihr dann zusammen und setzt euch in den nächsten Zug in Richtung der japanischen Botschaft bzw. eurer zuständigen Konsularvertretung. Eine Übersicht, welche Orte welcher Vertretung zugeordnet sind, bietet einmal mehr die Seite der Japanischen Botschaft, unter dem Verweis “Konsularisches“.

Was genau dort passiert, und wie es mir ergangen ist, könnt ihr in den nächsten Tagen hier lesen. Ich hoffe, dass dieses Sammelsurium von Informationen dem einen oder anderen, vielleicht sogar weiterhilft.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

Wenn dich das Leben mit Zitronen bewirft, mach Limonade daraus

One Response to “Wie bekomme ich ein Visum - Teil 1 - Die Theorie”

  1. Daniela Hägele Says:

    Hallo,
    It`s very good to read about how to get a visum. I`d like to travel around the world and i´m always fascinated about the japan culture. So i hope to get it to realize my dream. I´m twenty tree years old, so i think i´m old enough to do this.

    Thank you

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