Hier nun also der zweite Teil unserer spannenden Reihe “Wie bekomme ich ein Visum”. Dieser Teil erweist sich möglicherweise sogar als noch schwieriger als der erste, auch wenn es auf den ersten Blick einen ganz anderen Anschein haben mag. Denn eigentlich geht es ja nur noch darum, die ausgefüllten Papiere zur Japanischen Botschaft zu bringen und den Antrag zu stellen, oder?
Nun, das setzt voraus, dass man diese Botschaft erstmal findet. Hiroshimastraße 1, klingt ja an sich nicht allzu kompliziert.
Zwar gibt es auf der bereits viel gelobten Internetseite eine Anfahrtbeschreibung in Form einer Karte, die ist allerdings sehr ungenau und für Ortsfremde nicht gerade aufschlussreich. Man muss ein gewisses Maß an Orientierungssinn besitzen, um mit dieser Karte zurechtzukommen.
Ich habe bewiesenermaßen einen Orientierungssinn wie ein Kühlschrank (kennt irgendjemand Ryoga aka P-chan aus Ranma 1/2? Na gut, im Vergleich zu dem kann ich wenigstens noch Karten lesen) Das verkompliziert die ganze Sache leider ein wenig. Insbesondere wenn die netten Damen am Infopunkt der Bahn einen in die falsche Richtung schicken…
Andererseits hat mir meine Odyssee einen sehr schönen Eindruck vom Freilicht-Gaslaternenmuseum und der Siegessäule verschafft, die übrigens auch „großer Stern“ genannt wird. Als Ortsfremde konnte ich nämlich mit der Richtungsangabe nicht wirklich etwas anfangen ^^.
Wenn ihr dann also endlich in der Hiroshimastraße ankommt, solltet ihr vorsichtshalber auf die Uhr schauen, die Botschaft ist nämlich zwischen 12:30 Uhr und 13:30 geschlossen, wenn ich mich nicht verlesen habe. Während der Öffnungszeiten müsst ihr als nächstes einen Sicherheitscheck über euch ergehen lassen. Der ist ziemlich genau wie am Flughafen, die Tasche wird gescannt und ihr selbst müsst durch einen Metalldetektor laufen. Anschließend dürft ihr das Botschaftsgelände betreten, rechts um die Ecke gehen und dann der eigentlichen Botschaft einen Besuch abstatten. Das Ziel eurer Reise könnt ihr eigentlich nicht verfehlen. Hinter einigen Glasscheiben könnt ihr euch eine von bis zu drei netten Mitarbeiterinnen aussuchen und ihr sagen, dass ihr ein Visum möchtet. Wenn gerade keine anwesend sein sollte, einfach einen der Klingelknöpfe drücken, dann kommt sofort jemand angerauscht und gibt euch ein weiteres englischsprachiges Formular, das ihr leider nicht vorher auf der Internetseite ausdrucken konntet.  Falls ihr unsicher seid, nehmt am Besten einfach das Wörterbuch mit auf die Botschaft. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und beantworten gern auch jede andere Frage, die euch noch zum Thema Japan auf dem Herzen liegt.
Euer Visum bekommt ihr, wenn ihr alles mitgebracht habt und der Antrag akzeptiert wird, innerhalb von drei Werktagen. Wenn ihr nicht aus Berlin kommt, nehmt am Besten einen frankierten und an euch selbst adressierten Briefumschlag mit. Solltet ihr den vergessen, könnt ihr notfalls auch eine Vollmacht für jemanden schreiben, der das Visum in eurem Namen abholt und euch irgendwie zukommen lässt.
Und wie sieht so ein Visum jetzt aus? Nun ja, eigentlich ist es ein großer Aufkleber mit Foto, der schließlich in eurem Reisepass klebt und eine ganze Seite einnimmt. Er enthält neben den üblichen persönlichen Daten und der Gültigkeitsdauer die Reisepassnummer, eine Ausgabenummer und eine Visanummer rechts oben in der Ecke, die später zur Überprüfung dient.

Und dieser Aufkleber, der eigentlich gar nicht so außergewöhnlich aussieht, ist der Schlüssel zum Land der aufgehenden Sonne…

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