Bürokratie
April 7, 2008
Nach der Landung sah ich mich einer reichlich fremden Welt gegenüber. Die Strecke zum Ausgang war sehr lang, aber man musste natürlich nicht die ganze Zeit laufen. Das haben die Rollbänder am Boden übernommen. An den Seitenwänden begrüßte einen alle paar Meter ein neues Plakat, netterweise aber zu großen Teilen noch auf Englisch. Man wird also nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, sondern kann sich langsam eingewöhnen.
Irgendwann kommt man dann an die Stelle, an der der lange Gang zu ende ist. Wenn er sich teilt, dann solltet ihr am Besten dem folgen, an dem nicht die zwei in unterschiedliche Richtungen fliegenden Flugzeuge abgebildet sind, die für Umsteiger stehen, sondern dem anderen.
Dort sieht man sich schließlich irgendwie, irgendwo, irgendwann der Einreisebehörde gegenüber. Touristen und Leute mit Visum sollten sich möglichst links anstellen, dort wo wahrscheinlich die Schlange am längsten ist. (Japaner und Leute mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung haben den Papierkram schon erledigt und kommen hier an den anderen Schaltern schneller durch) Möglicherweise ist die Beschriftung der Schalter rot, aber ich kann mich nicht mehr hundertprozentig an die Farbe erinnern.
Nun habt ihr hoffentlich alle im Flugzeug die Karte für die Einreise ausgefüllt, die das Personal ausgeteilt hatte (siehe letzter Eintrag in diesem Blog). Die braucht ihr nämlich jetzt, den Reisepass übrigens auch. Der nette Herr bzw. die Dame am Schalter spricht auch Englisch, also keine Panik. Am selben Schalter werden jetzt übrigens noch eure Fingerabdrücke von den Zeigefingern genommen und ein Foto gemacht. Ich persönlich finde es nicht gerade hilfreich, lauter Leute zu fotografieren, die gerade 11 Stunden oder länger im Flugzeug saßen und wahrscheinlich schon seit 22 Stunden auf den Beinen sind, aber ich muss mir die Fotos ja hinterher auch nicht ansehen. Jedenfalls ist das der Grund, aus dem es in dieser Reihe am längsten dauert.
Solltet ihr länger als 90 Tage in Japan bleiben wollen, erspart euch diese Einreisebehörde aber nicht den Gang zur Ausländerregistrierungsbehörde, da müsst ihr nämlich innerhalb der nächsten Wochen auch noch hin.
Hinter den Schaltern könnt ihr dann ganz gemütlich euer Gepäck abholen. Das funktioniert ganz genau wie an jedem anderen Flughafen, es kommt aus einer Klappe und rollt dann so lange auf einem Fließband im Kreis, bis jemand es wiedererkennt und mitnimmt.
Mit dem Gepäck bewaffnet geht es jetzt weiter durch die Zollkontrolle.
Jetzt braucht ihr den zweiten Schein aus dem Flugzeug, auf dem ihr angeben musstet, was für illegale oder Einfuhr beschränkte Waren ihr mit ins Land bringt. Ich hatte (wahrheitsgemäß ^___^) angegeben, dass ich nichts habe. Der Zollbeamte war zwar etwas darüber irritiert (was denn, gar kein Alkohol und keine Zigaretten?) aber hat auch nicht weiter nachgefragt. In den Koffer geschaut hat er auch nicht. Aber wahrscheinlich hätte man mich schon in Deutschland zur Nachkontrolle geschickt, wenn ich irgendwas Seltsames im Gepäck gehabt hätte. Der gute Mann konnte übrigens auch Englisch, auch wenn er das nur ungern rausgekramt hat.
Wenn man da durch ist, hat man es geschafft. Es folgt nur noch ein kleines Stück Weg, dann kommt man an die Stelle, an der die ganzen Leute mit den Schildern stehen, die irgendjemanden abholen wollen. Auf den Schildern steht dann entweder der Name der Person, die abgeholt wird, oder der der Firma, zu der man gehört. Ich habe auch eine Autovermietung gesehen, aber dann keine Zeit mehr mit Schilder-beobachten verbracht, weil ich dann meinen Abholer gefunden habe – und das ganz ohne Schild ^_____^
Wenn ihr hier raus seid, habt ihr es geschafft. Jetzt müsst ihr nur noch irgendwie zu eurer Unterkunft kommen (nein, meine kriegt ihr nicht!) und dann könnt ihr damit anfangen, Japan unsicher zu machen.
Viel Spaß mit der neuen Freiheit – aber benehmt euch!
April 14, 2008 at 7:29
Huhu,
viel Spaß ausserhalb des Flughafens. Damit hast denk ich mal den schwierigsten Teil geschafft ^^
Und schreib massig weiter.