Die Badewanne redet mit mir!
Mai 20, 2008
Heute erzähle ich euch ein bisschen was zum Bad. Nach dem Artikel über Toiletten sollte das ja niemanden mehr schocken ^^ (Okay, wahrscheinlich langweilt ihr euch zu Tode, aber das ist ja nicht mein Problem *gg*)
Das hier ist ein ziemlich typisches Bad, was so ziemlich alle Dinge beinhaltet, die japanische Familien zum Baden brauchen. Falls jetzt jemand wissen möchte, wo das Waschbecken ist, das ist im Vorzimmer.
Jetzt aber zum Baden an sich. Vielleicht wisst ihr ja schon, dass man sich waschen muss, bevor man in die Badewanne steigt. Das liegt daran, dass die ganze Familie dasselbe Wasser benutzt, also am Besten versuchen als erster dran zu sein.
Der weiße Hocker im Vordergrund (mit dem Loch in der Mitte) ist zum Sitzen, damit man beim Duschen nicht den ganzen Raum vollspritzt. Das wäre aber auch kein Problem, weil er fast hermetisch vom Vorraum abschließbar ist. Überfluten kann man ihn aber leider wegen des Abflusses (ist auf dem unteren Bild in schwarz zu erahnen) nicht.
Die Dusche funktioniert wie eine ganz normale Dusche, nur hat sie noch einen separaten Wasserhahn unterhalb der Armatur, aus dem die kellenartige Schüssel füllen kann, die darunter steht, um sich das Wasser dann über den Rücken oder den Kopf zu schütten (wer’s mag…)
Das runde, rosa Etwas links oben ist übrigens eine Haarwaschhaube, etwas, das wohl auch in Deutschland viele Kinder zu schätzen wissen dürften.
Jetzt zum spannenden Teil, der redenden Badewanne. Die Steuereinheit der Badewanne ähnelt ein wenig der der Toilette, darum habe ich sie nicht nochmal fotografiert. Es gibt jedenfalls einen Knopf, mit dem man automatisch Wasser einer bestimmten Temperatur einlassen kann. Beim Draufdrücken hört es sich etwa so an:
DIE BADEWANNE
Die nette Frauenstimme sagt, dass sie jetzt damit beginnt, das Wasser einzulassen, und fragt, ob der Stöpsel in der Wanne ist.
Nach ein paar Minuten bekommt man die Zwischenmeldung, dass man bald ins Bad steigen kann – dann kann man beispielsweise schon anfangen zu duschen – und noch ein kleines Weilchen später verkündet die Wanne, dass jetzt alles bereit ist. Natürlich hat die Wanne selbst bei einem bestimmten Füllstand aufgehört, noch Wasser einzulassen. Und man muss auch nicht sofort baden, denn das Wasser wird automatisch noch mindestens eine Stunde warm gehalten, wofür auch die Abdeckung sorgt, die auf der Wanne liegt.
Was noch wichtig ist: unbedingt darauf achten, dass man keinen Schaum mehr am Körper hat, wenn man in die Wanne steigt, und besser nicht zu lange im Wasser bleiben, weil das den Kreislauf belasten kann.
Die Temperatur liegt derzeit bei 40 C, im Winter etwas mehr, im Sommer etwas weniger. Man kann jedenfalls nach einem Bad himmlisch gut einschlafen, und wenn man das nicht tut, ist man nach spätestens 20 Minuten hellwach und fühlt sich total erfrischt. Ich bin jedenfalls auf den Geschmack gekommen.
Vorschau aufs nächste Mal: Onsen
Mai 20, 2008 at 8:06
Wow! Toll! Aber muss man jeden Tag baden? Du weißt ja, dass ich das nicht so vertragen würde. Dann würde ich lieber immer nur duschen oder so. Mir gefällt die grüne Schildkröte im Fenster.
Ich habe so das Gefühl, das echt viel Energie verwendet wird um das Wasser in der Wanne noch 1h warm zu halten, oder? Na gut, es gibt noch die Abdeckung, aber die macht ja nicht alles. Das Bad ist aber auch höchstens 6m², oder?
Mai 21, 2008 at 10:56
Erster Offizier merc meldet, dass die Links da ankommen wo sie sein sollten. Ein genauerer Check wird im nächsten (Raum)Hafen durchgeführt. ^^
Mein Bad in meiner jetzigen Unterkunft ist noch viiieeelll kleiner, aber da spricht die Einrichtugn nicht mit mir ^^
Finds aber echt cool wo du da bist. Müsst ich auch mal erleben ^^
Mai 22, 2008 at 11:46
Also man muss natuerlich nicht jeden Tag baden, aber wenn das Wasser einmal da ist, kann man das auch nutzen. So viel Energie frisst es nicht, die Wanne warm zu halten. Schau doch mal, wie lange beispielsweise eine Kanne Tee im Vergleich zu einer Tasse warm bleibt. Und vergleich das in der Menge mal mit einer Badewanne. Wasser haelt seine Temperatur ziemlich gut selbst, gerade wenn es dann auch noch so gut isoliert ist (Die Abdeckung macht schon eine Menge aus – vgl. Deckel der Teekanne)
Alternativ kann man auch einstellen, dass alle 10-15 Minuten etwas Wasser aus der Wanne abgelassen und neues, waermeres, nachgefuellt wird.
Raumgroesse ist uebrigens ca. 1.60×1.60m, dafuer ist aber auch das Waschbecken und der ganze Rest ausgelagert ^^
Mai 23, 2008 at 10:00
Ähm, Wasser ist bekannt dafür, dass es gut Wärme speichert!!! Nur weitergeben kann es die Wärme nicht. Dürfte dann so alles klären.;-)
Sowas bräuchten wir ehrlich gesagt auch…
Aber sag mal, warum darf kein Schaum mehr an Dir dran sein?
Und das Duschen vorher: ist das nicht eigentlich auch H2O-Verschwendung? Oder gibt es da noch einen speziellen Ablauf oder begrenzte Duschzeit, damit nicht soviel H2O verbraucht wird??
Mai 23, 2008 at 11:46
@Prism Cat: Soweit ich weiß, ist das Wasser in der Wanne für die Entspannung und nicht zur Reinigung da. Darum duscht man auch vorher. So sind sie eben die Japaner. Damit alle weiterhin in das saubere Badewannenwasser zum Entspannen steigen können, soll alle Seife unter der Dusche abgewaschen werden. Seh ich das richtig, Veva?
Mai 24, 2008 at 1:37
@Arjuna
So in etwa wurde mir das auch erklaert. Nebenbei gibt es aber auch noch Gruende, die vom Onsen her stammen (Artikel kommt heute im Lauf des Abends), weil evtl. die Inhaltsstoffe der Seife mit den geloesten Stoffen der Quellen (Natrium, Schwefel, etc.) reagieren koennten und dann irgendwas ausflockt, was ja auch nicht gerade schoen ist ^^
Oktober 16, 2008 at 11:00
Aloha,
ich finde den Bericht recht interessant. Da ich in der Automations-Branche bin hätte ich noch ne Frage bezüglich der Wannen-Steuerung:
Von wem (firma) ist die Steuerung?
Kann man die Wanne auch von „Ferne“ (z.B. Bedienteil im Wohnzimmer) bedienen?
Über eine Antwort würd ick ma total freuen…Danke schonmal
Gruß
Marco