White Day – darf’s noch ein bisschen mehr sein?
März 14, 2009
Hallo, ihr Lieben. Ich bin’s mal wieder, und wie versprochen heute mit ein paar Hintergrundinformationen zum zwoten Platz der Feiertage für Verliebte, dem White Day.
Die Igelchen dienen nur der Veranschaulichung, genau so gut hätte ich auch jede andere Süßigkeit an ihre Stelle tun können, aber dazu später mehr.
Zuerst einmal wieder zur japanischen Schreibweise des Feiertags, diesmal gibt es glücklicherweise nicht ganz so viele verschiedene Variationen wie beim Valentinstag. Es gibt genau zwei, und die sind bis auf ein Leerzeichen sogar identisch:
ホワイト・デー (HOWAITO_DEE)
ホワイトデー (HOWAITODEE)
Grundsätzlich geht es an diesem Tag darum, dass die japanischen Männer sich für die Geschenke, die sie einen Monat zuvor von den Frauen und Mädchen bekommen haben, bedanken. Und wie macht man das am Besten? Genau, mit Geschenken!
Eine genaue Zahl gibt es zwar nicht, aber angeblich soll das Geschenk des Mannes mindestens 5 mal soviel wert sein wie das der Frau (Mädels, seid also nicht so geizig ^^) – was das bedeutet, wenn man für die Zubereitung der Valentinstagsschokolade selbst in der Küche gestanden hat, liegt auf der Hand, oder? Das ist doch eigentlich unbezahlbar!
Es ist übrigens ein im „Westen“ weit verbreiteter Irrtum, dass der White Day irgendetwas mit weißer Schokolade zu tun hat. Vielleicht hatte er das ursprünglich mal, aber in der Zwischenzeit ist so ziemlich alles erlaubt, was schmeckt, von Keksen bis zu Luxuspralinen oder sogar Schmuck. Auch sieht man – trotz der berühmt-berüchtigten Berührungsscheu der Japaner – besonders an diesem Tag immer mehr Pärchen, die Händchen halten.
Ach, da kann ich an dieser Stelle gleich mal auf die verschiedenen Stufen des Pärchendaseins eingehen, gute Idee!
Stufe 1: einfaches Nebeneinanderherlaufen, verlegene Blicke, vielleicht zufällig laufen beide im Gleichschritt, er trägt eventuell sogar ihre Tasche – diese zwei sind zwar mit Sicherheit verliebt, u.U. hat aber noch keiner den ersten Schritt gemacht.
Stufe 2: die kleinen Finger sind schon miteinander verhakt, wenn er brav ist, muss er natuerlich wieder ihre Tasche tragen – diese zwei sind auf jeden Fall schon länger zusammen, hatten schon mehrere Dates und nennen sich im besten Fall sogar schon beim Vornamen.
Stufe 3: Händchenhalten, ob nur die Hände oder gar die Finger verflochten sind, spielt kaum eine Rolle. Dass die zwei ein Paar sind, ist nicht nur offensichtlich, sondern unbestreitbar. Freunde nehmen einander nicht bei der Hand, und auch beste Freundinnen tun das nur, wenn sie wirklich ausgelassen sind (z.B. unter Alkoholeinfluss ^^) Dies ist eigentlich wirklich schon die oberste Stufe, es gibt nur noch eine, die von noch mehr Vertrautheit zeugt:
Stufe 4: sie hat sich bei ihm eingehakt (und ja, natürlich kann er immer noch ihre Tasche tragen) – diese Geste ist nur sehr selten zu sehen, und manchmal – weil man es eben nicht jeden Tag macht – sieht man es auch verkehrt herum, also dass er sich bei ihr eingehakt hat. Aber das ist egal, die geste zählt. Und es gibt wohl nichts, was einen Mann hier glücklicher macht als wenn „SIE“ zufrieden den Kopf an seine Schulter lehnt, oder?
Das lässt man(n) sich eben auch einiges kosten. Hier beinhaltet das traditionelle Rollendenken nämlich auch, dass ein Mann einer Frau etwas bieten kann. Schließlich werden ziemlich viele Mädchen nach der Hochzeit zu Hausfrauen und kümmern sich um die Kinder, da sollte der Familienvater schon in der Lage sein, alle allein versorgen zu können.
Aber selbst wenn es nicht auf eine Heirat hinauslaufen sollte, glauben in diesem Land sehr viele Männer, dass sie die Liebe einer Frau mit Geschenken kaufen bzw. vergrößern können. Ob das stimmt? Nun, das müsst ihr Jungs schon selbst fragen, aber ihr könnt es ja mal ausprobieren.
Hmmm, jetzt bin ich ganz schön vom Thema abgekommen. Eigentlich wollte ich doch noch sagen, dass der White Day vielleicht einfach nur White Day heißt, weil er das Gegenstück zum Tag der (dunklen) Schokolade ist.
Wenn ihr mehr wisst, schreibt mir doch einfach einen Kommentar. Bei Fragen auch, die leite ich dann schnell an meine Freunde und Bekannten weiter.
In Korea gibt es übrigens am 14. April noch den „Black Day“, an dem dann alle, die weder am Valentinstag noch am White Day irgendetwas bekommen haben, in ein chinesisches Restaurant gehen und dort ihr Singledasein betrauern, indem sie schwarze Nudeln essen. (Nein, keine angebrannten, die sind mittels einer bestimmten Algenart eingefärbt)
Dabei kann man eigentlich gleich die netten Singles aus der Nachbarschaft kennen lernen, dann bekommt man vielleicht am kommenden Valentinstag etwas. Eine nette Idee!