Home Sweet Home
September 17, 2008
Worauf man bei der Suche nach einer Unterkunft achten sollte…
Dass Wohnungen in Tokyo teuer sind, ist ja bekannt. Aber nicht nur das, es gibt auch noch einige Tricks, mit denen sich potenzielle Vermieter noch mehr von eurem Geld erschleichen wollen als ihnen zusteht. Wie? Das und noch etwas mehr erfahrt ihr hier.
Seiten, die billige Unterkunft in Tokyo oder anderen großen Städten Japans versprechen, gibt es wie Sand am Meer. Wenn ihr nur ein Hotel oder ein Ryokan (Gasthaus im japanischen Stil) sucht, dann reicht normalerweise ein einfacher Vergleich der Übernachtungspreise und der darin enthaltenen Extras (sind z.B. Besuch des hauseigenen Bads/Onsen im Preis enthalten, was kosten die Mahlzeiten, etc.)
Wenn ihr aber länger an einer Stelle bleiben wollt, empfiehlt es sich, nach einem Guesthouse (Gasthaus) oder einem Hostel (Jugendherberge) zu suchen. Beide gibt es sowohl im japanischen Stil mit Tatamizimmern und Futon als auch im westlichen Stil mit (Doppelstock-)Bett. Man hat die Wahl zwischen Einzel- und Mehrbettzimmern (in denen man auf Wunsch auch allein wohnen kann, gegen Aufpreis); Küche, Aufenthaltsraum und sanitäre Einrichtungen teilen sich alle Bewohner der Wohneinheit.
Gasthäuser berechnen ihre Zimmerpreise meist auf Monats-, manchmal auch auf Wochenbasis. Sollten einzelne Übernachtungen möglich sein, dann sind diese in den meisten Fällen günstiger als die Übernachtung in einem Hostel, wo die Übernachtungspreise gewöhnlich bei ca. 20 Euro losgehen. Überlegt euch aber vorher gut, ob ihr das wirklich wollt. In einem Hostel gibt es nämlich z.B. Frühstück, in einem Guesthouse ist man für die gesamte Verpflegung selbst verantwortlich. Außerdem wohnen in einen Guesthouse normalerweise mehr Einwohner für einen längeren Zeitraum, aus diesem Grund ist unter Umständen der Grad an Ordnung und Sauberkeit ein paar Nuancen schlechter.In den meisten Fällen ist ein Guesthouse zumindest die preiswertere Variante, wenn man nicht stundenlange Bahnfahrten in Kauf nehmen will. Die Monatsmieten liegen ungefähr zwischen 300 und 600 Euro.
Wem das immer noch zu teuer ist, der sollte sich für eine sogenannte Crib entscheiden. Dabei mietet man lediglich ein „Zimmer“ in der Größe einer Tatamimatte, also 178×88 cm. Ein kleiner Lichtblick: Wandschränke werden normalerweise nicht zur Größe des Zimmer gerechnet, es bleibt also auch noch Platz für euer Gepäck und um den Futon und das restliche Bettzeug zu verstauen. So eine Schlafnische bekommt ihr schon ab ca. 220 Euro im Monat.
Jetzt zum eigentlichen Knackpunkt, also dem Teil, auf den ihr vor der Buchung achten solltet. Es gibt nämlich immer wieder Anbieter, die irgendwelche dubiosen Zusatzkosten von euch wollen. Das sind beispielsweise:
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Schlüsselgeld (muss bei Empfang des Schlüssels bezahlt werden, ist keine Kaution)
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Bearbeitungsgebühren (einfach nur albern)
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Sicherheitsgebühren (genau so albern)
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Reinigungsgebühren (für die Reinigung vor der Ankunft und/oder nach der Abreise)
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Kaution (wird nur selten vollständig zurückgezahlt)
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Nebenkosten (z.B. für Strom, Wasser, Klimaanlage, Internet, Fernsehen, etc.)
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Nutzungsgebühren (z.B. für Kühlschrank, Fernseher, Herd, etc.)
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Bettwäschegebühr
Es ist wahrscheinlich unmöglich, vollkommen ohne Zusatzkosten auszukommen, aber man kann zumindest versuchen, sie so gering wie möglich zu halten. Manchmal zählt die Matratze bzw. das Lattenrost oder der Futon mit zur Bettwäsche, fragt also besser vorher nach, bevor ihr Kissen und Decke mitbringt und dann auf dem Fußboden schlafen müsst. >.<
Weitere versteckte Kosten sind Sachen wie Münzwaschmaschinen, Münzduschen und Münzklimaanlagen (ja, auch so etwas gibt es). Dafür braucht man prinzipiell 100-Yen-Münzen, je nach Gerät unterschiedlich viele (Dusche z.B. 100 Yen für 10 Minuten, Waschmaschine z.B. 400 Yen pro Ladung)
Und wenn ihr euch nach diesem ganzen Kuddelmuddel endlich für eine Unterkunft entschieden habt, überlegt euch mal, ob ihr vielleicht auch mal Freunde mit ins Zimmer nehmen wollt. Die meisten Anbieter dulden es zwar, wenn man Besuch mitbringt, allerdings sollte dieser besser nicht übernachten. Informiert euch besser vorher, ob Übernachtungen prinzipell möglich sind und was sie kosten.
Gezahlt wird üblicherweise im Voraus für den kommenden Monat.
Ach, noch ein kleiner Hinweis: Häuser mit maximal drei Stockwerken sind sehr oft fast vollständig (also mit Ausnahme der Fenster ^^) aus Holz gebaut. Wer also keine Lust auf eine Liveübertragung des Privatlebens seines Zimmernachbarn hat, dem seien Ohrstöpsel wärmstens empfohlen.
Also dann, bis zum nächsten Mal! Ittekimasu (ich gehe und komme wieder)!
Ein virtueller Gruß
September 11, 2008
Heute mache ich mal keine großen Worte, sondern lasse Bilder sprechen. Was euch erwartet sind einige meiner Fotos, die ich für gut genug hielt, dass man sie als Desktophintergrund nutzen kann.
Ihr könnt diese Fotos gern herunterladen, speichern und weitergeben. Vergesst aber nicht, dass das Copyright bei mir liegt. Solltet ihr sie also irgendwo anders verlinken wollen, dann bitte nur unter Angabe der Herkunft, also http://vevaliyah.wordpress.com
Veröffentlichungen in Printmedien sind nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis gestattet.
Und jetzt viel Spaß beim Gestalten eures Bildschirms!
Lebst du noch oder wohnst du schon? Ikea auf Japanisch
August 17, 2008
Ja, es gibt sie auch hier. Unsere schwedischen Freunde haben es schon bis nach Asien geschafft und werden wohl noch die Welt erobern, wenn es so weiter geht. Aber in Japan hatten sie wohl einige Anlaufschwierigkeiten, denn eigentlich hatte Ikea Ende der 80er Jahre bereits versucht in Japan Fuß zu fassen.
Sagen wir mal, Japan war damals einfach noch nicht reif für diese Form von Möbeln…
Mittlerweile kann IKEA hier aber positivere Bilanzen ziehen als damals und hat vor Kurzem bereits das dritte Einrichtungshaus eröffnen können. Und wenn ich Einrichtungshaus sage, dann meine ich ein ähnliches Modell, wie man es auch aus Deutschland kennt: ein großer, blauer Klotz mit gelbem Schriftzug und jeder Menge Parkplätze, mitten in der Landschaft. Aus Platzgründen steht der Klotz aber nicht in der Landschaft, sondern in diesem Fall in einem gut besiedelten Randgebiet von Yokohama, und die Parkplätze sind nicht davor, sondern in drei Etagen im angebauten Parkhaus.
Der Parkplatz ist übrigens morgens um 10:00 Uhr schon so voll wie man es in Deutschland vom verkaufsoffenen Sonntag her kennt, es dauert also ein *bisschen* länger, ehe man einen gefunden hat.
Und am Eingang begrüßt einen gleich das fröhliche „Hej da“, das in etwa so viel mit Japan zu tun hat wie Weißwurst oder die brasilianische Flagge… Aber man fühlt sich gleich ein wenig näher an zu Hause…
Die Möbelausstellung selbst unterscheidet sich dann kaum vom europäischen Sortiment. Der einzige gravierende Unterschied ist vielleicht, dass die aufgebauten Vorführräume ein wenig kleiner sind als bei uns, einfach weil man in Japan nur in den seltensten Fällen so viel Platz hat wie in einem Einrichtungshaus.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass es sehr sauber und ordentlich war und alle paar Meter an strategisch wichtigen Punkten Spielecken für die Kinder eingerichtet waren. Zwar hat auch in Japan jede Filiale ein Småland, aber bei den Mengen an Besuchern reicht das bei Weitem nicht für alle Kinder aus.
Kommen wir mal zum interessanteren Teil, nämlich dem Essen, was ja in Deutschland schon ein Thema für sich ist, nach Kottbullar-Skandal und allem. Die Spielecke hier war übrigens erstaunlich langweilig. Wie viel Spaß macht auch eine Tischplatte mit Eisenbahngleisen, wenn kein Zug dazu da ist…
Erstaunlicherweise erfreut sich die schwedische Küche hier einer kaum in Worte zu fassenden Beliebtheit. Schon um 11:20 Uhr waren die Schlangen an der Essenausgabe so lang, dass ich am liebsten sofort wieder umgedreht wäre. Aber so hatte ich wenigstens genug Zeit für ein Foto der Speisekarte. Das einzige, was es davon mit Sicherheit nicht in Europa gibt, dürfte der Macha-Latte sein. Das ist mal grob ausgedrückt ein Grüntee-Milchshake. Allerdings gab es den in dieser Filiale aus irgendwelchen Gründen auch nicht. Zwar irgendwie seltsam, aber da kann man nichts machen.
Habt ihr eigentlich auch den Eindruck, dass die Preise niedriger sind als in Deutschland? Nicht nur was das Essen betrifft, auch die Möbel und anderen Sachen. Oder gab es schon mal Tassen für 12 Cent?
Aber bei aller Perfektion und allen tollen Angeboten ist man auch in Japan nicht vor Rechtschreibfehlern gefeit. Ich wüsste ja zu gern, ob das mal irgendjemand bemerken und korrigieren wird…
Ach, und noch ein kleiner Hinweis: Die japanische IKEA-Family-Card ist exakt die gleiche, die es in Deutschland auch gibt. Wahrscheinlich ist diese Karte weltweit einheitlich. Solltet ihr also vorhaben bei eurem Japanbesuch bei IKEA vorbei zu schauen, packt ruhig eure deutsche Family-Card ein. Und dann ganz viel Spaß beim Rücktransport der Möbel.
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Maneki Neko – 招き猫
Juni 2, 2008
Eine winkende Katze auf Welteroberungskurs
Wer hat sie nicht schon mal irgendwo gesehen, die winkende Katze? Im Chinarestaurant, auf Messen, vor dem Gamecenter, im Schaufenster, auf dem Dach eines Lottohäuschens… Was, etwa nicht? Na gut, zumindest in Japan ist Maneki Neko aus keiner Stadt mehr weg zu denken.
Sie stellt eine japanische Bobtail-Katze mit (herbei-) winkend erhobener Pfote dar, ist Glücksbringer und Kundenmagnet zugleich, steht für Wohlstand, Erfolg, Freundschaft und Schutz und teilweise sogar für Liebe und Erfolg beim Lernen. Das kommt ganz darauf an, in welcher Farbe sie auftaucht, aber dazu später noch mehr. Jetzt erzähle ich euch erstmal, wie es dazu kam, dass diese niedliche Knuddelkatze einem in Japan so gut wie überall über den Weg läuft.
Es gibt drei verschiedene Legenden, wie es zur ersten getöpferten Winkekatze kam, die populärste davon ist die des Gōtokuji-Tempels im Westen Tokyos, den ich letztes Wochenende bei Regen besucht habe. Eigentlich scheint er auf den ersten Blick ein Tempel wie jeder andere auch zu sein, hätte es nicht die Legende, wie er zu dem geworden ist.
Tja, dann erzähle ich euch jetzt mal eine Geschichte =^^=
Es war einmal ein sehr armer Mönch, der in einem kleinen, heruntergekommenen Tempel im Westen Tokyos lebte. Er besaß nichts außer dem Dach über dem Kopf, das ihm der Tempel bot, und einer Katze, mit der er alles teilte.
Eines Tages gab es ein heftiges Gewitter, in dem ein unbekannter Edelmann, der eigentlich auf dem Heimweg gewesen war, Schutz unter einem Baum nicht unweit des Tempels suchte. Natürlich wissen wir heute, dass man das nicht tut, aber damals wussten das eben noch nicht alle. Als er dort so stand und langsam vom Regen aufgeweicht wurde, sah er auf einmal die Katze am Eingang des Tempels sitzen, die in einer Geste als wollte sie ihn zu sich heran winken die Pfote gehoben hatte.
Irritiert kam der Edelmann näher um zu sehen, ob er sich das nicht eingebildet hatte, als plötzlich direkt hinter ihm ein Blitz in den Baum einschlug, unter dem er eben noch gestanden hatte.
Aus lauter Dankbarkeit, dass ihm die Katze das Leben gerettet hatte, suchte er ihren Besitzer um ihn dafür zu belohnen. Er freundete sich mit dem Mönch an und spendete dem Tempel eine große Summe Geld, wodurch dieser repariert und verbessert werden konnte.
Nach dem Tod der Katze wurde ihr zu Ehren die erste Maneki Neko angefertigt.
Heute ist der Gōtokuji der grösste Tempel in der Umgebung des Gotokuji-Bahnhofs, hat mehrere Nebengebäude und sogar eine dreistöckige Pagode. Die Ema (Bildtafeln, auf die Besucher ihre Wünsche schreiben können) haben natürlich die Katze auf der Rückseite und man kann sich aussuchen, ob man die verschieden großen Keramikkatzen, die man dort kauft (wenn mal jemand da ist) spenden oder mit nach Hause nehmen möchte.
Es gibt noch mindestens zwei weitere Legenden, wie es zur ersten winkenden Keramikkatze kam, die ihr gern auf der Seite der Wikipedia nachlesen könnt.
Eine handelt von der Katze einer Kurtisane, die ihre Anhänglichkeit mit dem Leben bezahlt hat, aber noch im Tod ihre Herrin vor einer Schlange gerettet hat – Maneki Neko wurde gemacht, um die Frau zu trösten
Die andere besagt, dass eine sehr arme, alte Frau ihre Katze verkaufen musste, die ihr später im Traum erschien und sie dazu brachte, Abbilder von sich (der Katze) zu machen und zu verkaufen, wodurch die alte Frau noch zu Wohlstand kam.
Welche Legende auch immer der wirkliche Grund für die erste Maneki Neko war, heutzutage ist sie aus dem japanischen Leben nicht mehr wegzudenken. Man kann sie so gut wie in jedem touristisch attraktiven Ort kaufen und es gibt sie in den Souvenirshops in den verschiedensten Farben. Das Original war aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Japanische Bobtail, die hauptsächlich weiß ist.
Zur Bedeutung der Farben:
Mi-ke (weiß mit schwarz-orangenen Flecken) – das Original, bringt ganz besonders viel Glück in allen Lebenslagen
Weiß – symbolisiert Reinheit und ist fast genauso beliebt wie Mi-ke
Schwarz – bringt Gesundheit und hält böse Geister fern. Auch gern genutzt zum Schutz vor StalkernRot – ist eine Schutzfarbe und schützt vor bösen Geistern und Krankheit
Gold – wird mit Reichtum und Wohlstand in Verbindung gebracht
Pink – erfreut sich wachsender Beliebtheit und verspricht Liebe
Violett – steht für künstlerische Stärke
Grün – bringt Erfolge im akademischen Bereich
Wieso das Kätzchen sich heutzutage solcher Beliebtheit erfreut, bleibt der Spekulation überlassen. Eine recht populäre Theorie geht davon aus, dass die Öffnung Japans gegenüber dem Westen unter Kaiser Meiji dafür verantwortlich ist. Die Meiji-Regierung verbannte nämlich sämtliche erotischen Talismane aus dem öffentlichen Leben. Oft waren besonders in Bordellen Darstellungen von Damen, die Kunden herein winkten, offen im Eingangsbereich zu finden. So trat also wahrscheinlich die Katze an Stelle der winkenden Damen, aber nichts Genaues weiß man nicht…
In diesem Sinne, ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß beim Lesen. Wenn ihr noch mehr Fotos von Maneki Neko und dem Gotoku-ji sehen möchtet, schaut einfach mal auf meiner Galerie vorbei.
Und auch wenn sie ja eigentlich nicht zum Abschied winkt… Bye Bye!

Diese drei hier habe ich in Asakusa gekauft, sie sind aus Seide und wurden in Handarbeit angefertigt. Jede ist ein Unikat, weil keine zwei Stoffstückchen vollkommen identisch sind. Wenn ihr auch eine wollt, sagt mir Bescheid!
Onsen
Mai 25, 2008
Hier ist er endlich, der lange versprochene Bericht über Onsen. Aus sicher nachvollziehbaren Gründen sind keine Menschen auf meinen Fotos…

Zuerst mal ein bisschen Hintergrundinformation: Onsen (温泉, oft auch einfach nur ゆ – heißes Wasser) ist der japanische Begriff für heiße Quellen vulkanischen Ursprungs, bezeichnet aber heute meist öffentliche Bäder und Gasthöfe in deren unmittelbarer Umgebung. Man findet sie so gut wie überall und oft sind besondere Mineralien (Schwefel, Natrium, Hydrogencarbonat, Eisen, etc.) im Wasser gelöst, weshalb vielen Onsen heilende Kräfte zugeschrieben werden.
Heutzutage findet man Onsen entweder privat geführt, staatlich oder als Teil eines Hotels, Ryokan oder Bed & Breakfast. Dabei liegen die Eintrittspreise je nach Betreiber zwischen 400 und 3000 Yen bzw. die Benutzung ist im Übernachtungspreis enthalten. Viele Onsen bieten auch Massagen, Saunen, Ruheräume und Aufenthaltsräume für Kinder an oder haben sogar angegliederte Restaurants. Meistens gibt es getrennte Bereiche für Männer und Frauen, bzw. getrennte Badezeiten, wenn die örtlichen Gegebenheiten keine räumliche Trennung zulassen. In den ländlicheren Gegenden soll es aber auch noch gemischte Bäder geben.
Und wie verhält man sich jetzt in einem Onsen, um nicht gleich als Ausländer in irgendwelche Fettnäpfchen zu treten?
Zuerst werden natürlich im Eingangsbereich die Schuhe abgestellt. Dafür gibt es entweder ein Regal oder Schließfächer. Anschließend geht man zur Anmeldung, wo man nach dem Bezahlen eine Tasche mit einem Yukata, einem Obi, einem großen und einem kleinen Handtuch bekommt. Hat man das, geht man in seinen jeweiligen Umkleidebereich, entledigt sich seiner Kleidung und schließt sie entweder ein oder legt sie, sollte es keine Schließfächer geben, in einen der vorhandenen Körbe. Der Yukata ist dazu da, dass man, wenn man gerade nicht im Wasser ist, im Gebäude herumlaufen kann, ohne sich jedes Mal wieder vollständig anziehen zu müssen.
Das große Handtuch wird normalerweise bei der Kleidung zurückgelassen, das kleine nimmt man mit ins Bad. Bevor man dann allerdings ins Wasser geht, muss man sich – wie auch im heimischen Bad üblich – erstmal gründlich waschen. Seife und Shampoo ist so gut wie überall vorhanden, manchmal werden sogar Rasierer, Duschhauben oder Zahnbürsten für die Gäste zur Verfügung gestellt.
Wichtig ist, dass man sich sehr gründlich wäscht (Haare waschen ist aber kein Muss) und auf gar keinen Fall mehr Schaum (oder Schmutz) am Körper hat, wenn man ins Wasser geht. Das tut man dann natürlich nackt, man darf aber anstandshalber die wichtigsten Stellen mit dem kleinen Handtuch verdecken. Dieses kann dann am Beckenrand abgelegt werden, allerdings legen es sich viele Japaner einfach zusammengefaltet auf den Kopf oder knoten es darum (das machen aber eher Frauen). Dann heißt es einfach nur noch entspannen…
Gespräche sind keine Seltenheit, aber dabei sollte man nach Möglichkeit nicht zu laut sein, immerhin wollen die anderen Besucher sich ja auch erholen.
Wegen der hohen Temperaturen des Wassers (bei 40 C geht’s los) sollte man es aber mit dem Entspannen nicht übertreiben, weil der Kreislauf das nicht lange mitmacht. Also immer mal zwischendurch aufstehen, aus dem Becken gehen, ein bisschen draußen umherwandern, etwas trinken (Wasser und Eiswürfel stehen vielleicht kostenlos irgendwo herum), und wenn man sich etwas abgekühlt hat, einfach wieder ins Wasser. Oft gibt es Becken im Außenbereich, was in der kälteren Jahreszeit sehr angenehm ist, Becken mit Sprudelfunktion oder Becken, die nicht ganz so heiß sind. Einfach alles ausprobieren, was ihr findet ![]()
Wenn ihr zwischendurch Hunger habt, schlüpft ihr einfach in den Yukata (Unterwäsche hat sich aber als praktisch erwiesen ^_^’) und holt euch was. Selbst wenn es kein angegliedertes Restaurant gibt, steht mit Sicherheit irgendwo ein Automat herum.
Meist findet sich auch ein Föhn zum Haare trocknen in den Umkleideräumen, in meinem Fall gab es sogar frisch desinfizierte Bürsten, Ohrstäbchen und Haarspray. Ich muss aber zugeben, dass es eins der teureren Onsen war, für das ich den Eintritt nicht selbst zahlen musste *^.^*.
Am Ende des Ausflugs ins Onsen darf man übrigens in den meisten Fällen das kleine Handtuch als Andenken behalten (Es ist spannend, wie viele man davon man bei gutem Wetter auf so manchen Wäscheleinen sieht ^___^). Das große und der Yukata werden wieder abgegeben.
Noch eine kleine Bemerkung am Rande – es gibt sogenannte „onsen-tamago“ also Onsen-Eier im Supermarkt. Das sind Eier, die 20 Minuten in etwa 60 C warmem Wasser gelegen haben und dadurch eine sehr spezielle Konsistenz erhalten. Mit einem Thermometer im Kochtopf lässt sich das sicher ganz leicht nachmachen und ausprobieren. Viel Spaß dabei!
Treue über den Tod hinaus – Hachiko
Mai 12, 2008
Heute erzähle ich mal eine Geschichte, und zwar eine Geschichte, die sich wirklich zugetragen hat, und die mein Interesse geweckt hat, weil am Bahnhof in Shibuya, wo ich recht oft umsteige, wenn ich nach Tokyo fahre, eine Hundestatue steht…
Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit (zwischen 1923 und 1935 nämlich) ein kleiner Akita-Inu (秋田犬) namens Hachiko (ハチ公). Er gehörte Ueno Hidesamurō, einem Professor für Agrarwissenschaften an der Universität Tokyo. Jeden Morgen verabschiedete sich der Hund an der Vordertür und machte sich am Abend auf den Weg zum Bahnhof Shibuya, um dort sein Herrchen vom Zug abzuholen.
Nur eines Abends im Mai des Jahres 1925 wartete Hachiko vergebens. Der Professor war im Alter von 54 Jahren unerwartet verstorben. Aber weil er das natürlich nicht wusste, kam der kleine Hund weiterhin treu und brav jeden Abend zum Bahnhof Shibuya und wartete voller Hoffnung auf sein Herrchen.
Irgendwann wurden die Pendler und Passanten auf den Hund aufmerksam, der stets dort saß, einer von ihnen war ein ehemaliger Student Uenos, der in der Zwischenzeit ein Experte für Akitas geworde war und später im Jahr eine Publikation veröffentlichte, laut der es einschliesslich Hachikos nur noch 30 reinrassige Akitas in Japan gab. Er kam oft in Shibuya vorbei um Hachiko zu besuchen und schrieb weitere Artikel über die Loyalitaet und Hingabe des Hundes. 1932 machte einer dieser Artikel, veröffentlicht in Tokyos grösster Tageszeitung, Hachiko zum Mittelpunkt des nationalen Interesses.
Bewegt von der Treue des Tieres wurde ihm zu Ehren eine Bronzestatue gegossen und im April 1934 in der Nähe des Bahnhofs aufgestellt, wobei Hachiko selbst anwesend war. (die Originalstatue wurde im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, aber an ihrer Stelle steht seit 1948 ein vom Sohn des Originalkünstlers geschaffenes Exemplar)
Die Inschrift lautet 忠犬 ハチ公 - der getreue Hund Hachiko An der Bahnhofswand gegenüber sind noch andere Impressionen des Hundes zu sehen.
Wer sie besichtigen möchte, braucht nur mit dem Zug nach Shibuya fahren und dort den Schildern in Richtung Hachiko Gate oder Hachiko Mae folgen. Das ist der Ausgang mit der Nummer 7 oder 7a. Nach wie vor ist dieser Platz einer der beliebtesten Treffpunkte Tokyos.
Nach seinem Tod im März 1935 (er war bis dahin weiter jeden Abend exakt zu der Zeit, zu der der Zug eintraf, zum Bahnhof Shibuya gekommen) wurde Hachiko übrigens ausgestopft und im National Science Museum in Ueno ausgestellt, wo er noch immer zu sehen sein soll.
Bemerkenswert an Hachikos Geschichte ist nicht nur, dass am Beispiel des Hundes viele Eltern und Lehrer den Kindern Loyalität zu ihrer Familie beibringen wollen, sondern dass durch ihn auch das Interesse an Akitas wieder stieg. Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, wenn man beim Spaziergang einem begegnet.
Somit ist es gewissermassen Hachikos Verdienst, dass seine Art nicht ausgestorben ist.
Zugfahren – Teil 1 – Fahrkartenautomaten
April 20, 2008
Heute dachte ich mir, erzähle ich doch mal, wie man ein Zugticket kauft. Das ist eigentlich gar nicht so schwer, vorausgesetzt man weiß, wohin man will, und mit welcher Linie man fahren muss. Die unterschiedlichen Linien haben nämlich eventuell auch verschiedene Automaten und Tickets, doch dazu später mehr.
Gehen wir mal vom einfachen Fall aus, dass es nur einen Betreiber gibt, und deshalb auch nur eine Sorte Automaten. Oberhalb dieser Automaten befindet sich, wie man auf dem Foto hoffentlich erkennen kann, der Streckenplan, der befahren wird, und für den man an genau dort die Fahrkarten kaufen kann.
Der aktuelle Standpunkt ist meist rot unterlegt, und die Zahlen, die an den Stationen stehen, sind der Fahrpreis.
Bevor jetzt Kanji-unkundige in Panik ausbrechen: in Tokyo sind viele dieser Streckenpläne alternativ auch in lateinischen Buchstaben beschriftet. Und im Notfall fragt man einfach das nette Personal, Fahrkartenschalter gibt es nämlich auch im Zeitalter der Automaten noch an so gut wie allen Haltestellen, wenn man nicht gerade zwei Uhr nachts unterwegs ist. (Das müsste ich allerdings noch ausprobieren ^^’)
Alle Fahrkartenautomaten, die mir bisher untergekommen sind, hatten einen Touchscreen, auf dem man auf dem Hauptbildschirm einfach nur auf den entsprechenden Betrag drücken musste. Falls das nicht der Fall ist, sollte in der rechten oberen Bildschirmecke ein Button sein, mit dem man die Anzeige auf Englisch umschalten kann. Aber Achtung, in den meisten Fällen redet das Gerät dann auch mit euch.
Zurück zur Fahrkarte: Wenn man also den Betrag gedrückt hat, erscheint dieselbe Zahl nun ein Stück weiter unten neben dem Münzeinwurfschlitz. Nun müsst ihr nur noch bezahlen (das geht natürlich auch mit Scheinen), dabei läuft die Zahl neben dem Münzschlitz rückwärts mit, und gleich danach bekommt ihr ein hübsches Ticket in die Hand. Das könnte zum Beispiel so aussehen, muss es aber nicht.
Und mit diesem Ticket geht ihr dann einfach durch die – wie nennt man das jetzt? – Schranken, schiebt die Fahrkarte in den Schlitz oberhalb des Pfeils (ich hätte ein Foto machen sollen T_T . Das reiche ich bei Gelegenheit nach, ja?) und geht einfach durch. Nur nicht vergessen, das Ticket wieder mitzunehmen, das braucht ihr nämlich in dem Moment, wenn ihr an eurem Zielort wieder aus dem Bahnhofsgebäude hinaus wollt.
Noch ein kleiner Hinweis für eventuelle Vielfahrer: erkundet am Besten mal in einer ruhigen Minute den Fahrkartenautomaten ganz genau. Manche Linien bieten nämlich Rabatte an, mit denen man vielleicht nicht rechnet. Zum Beispiel Sachen wie „10 bezahlen, 11 bekommen“ oder so. Alternativ gibt es je nach Region auch Karten ähnlich der Oyster Card in London, auf die man ein Guthaben aufladen kann und dann gleich drauflos fahren kann. Bisher sind mir Namen wie Suica (Region Tokyo) und Pasmo (Region Yokohama) untergekommen. Darüber gibt es zu einem späteren Zeitpunkt mehr Infos.
In eigener Sache – ich habe eine To-do-Liste angelegt, in der ich Themen, über die ich auf jeden Fall noch berichten möchte, alphabetisch aufgelistet habe. Je nachdem wie mein Terminplan aussieht, werden die dann eins nach dem anderen abgearbeitet. Falls ihr noch interessante Ideen oder Fragen habt, meldet euch einfach.
Bürokratie
April 7, 2008
Nach der Landung sah ich mich einer reichlich fremden Welt gegenüber. Die Strecke zum Ausgang war sehr lang, aber man musste natürlich nicht die ganze Zeit laufen. Das haben die Rollbänder am Boden übernommen. An den Seitenwänden begrüßte einen alle paar Meter ein neues Plakat, netterweise aber zu großen Teilen noch auf Englisch. Man wird also nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, sondern kann sich langsam eingewöhnen.
Irgendwann kommt man dann an die Stelle, an der der lange Gang zu ende ist. Wenn er sich teilt, dann solltet ihr am Besten dem folgen, an dem nicht die zwei in unterschiedliche Richtungen fliegenden Flugzeuge abgebildet sind, die für Umsteiger stehen, sondern dem anderen.
Dort sieht man sich schließlich irgendwie, irgendwo, irgendwann der Einreisebehörde gegenüber. Touristen und Leute mit Visum sollten sich möglichst links anstellen, dort wo wahrscheinlich die Schlange am längsten ist. (Japaner und Leute mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung haben den Papierkram schon erledigt und kommen hier an den anderen Schaltern schneller durch) Möglicherweise ist die Beschriftung der Schalter rot, aber ich kann mich nicht mehr hundertprozentig an die Farbe erinnern.
Nun habt ihr hoffentlich alle im Flugzeug die Karte für die Einreise ausgefüllt, die das Personal ausgeteilt hatte (siehe letzter Eintrag in diesem Blog). Die braucht ihr nämlich jetzt, den Reisepass übrigens auch. Der nette Herr bzw. die Dame am Schalter spricht auch Englisch, also keine Panik. Am selben Schalter werden jetzt übrigens noch eure Fingerabdrücke von den Zeigefingern genommen und ein Foto gemacht. Ich persönlich finde es nicht gerade hilfreich, lauter Leute zu fotografieren, die gerade 11 Stunden oder länger im Flugzeug saßen und wahrscheinlich schon seit 22 Stunden auf den Beinen sind, aber ich muss mir die Fotos ja hinterher auch nicht ansehen. Jedenfalls ist das der Grund, aus dem es in dieser Reihe am längsten dauert.
Solltet ihr länger als 90 Tage in Japan bleiben wollen, erspart euch diese Einreisebehörde aber nicht den Gang zur Ausländerregistrierungsbehörde, da müsst ihr nämlich innerhalb der nächsten Wochen auch noch hin.
Hinter den Schaltern könnt ihr dann ganz gemütlich euer Gepäck abholen. Das funktioniert ganz genau wie an jedem anderen Flughafen, es kommt aus einer Klappe und rollt dann so lange auf einem Fließband im Kreis, bis jemand es wiedererkennt und mitnimmt.
Mit dem Gepäck bewaffnet geht es jetzt weiter durch die Zollkontrolle.
Jetzt braucht ihr den zweiten Schein aus dem Flugzeug, auf dem ihr angeben musstet, was für illegale oder Einfuhr beschränkte Waren ihr mit ins Land bringt. Ich hatte (wahrheitsgemäß ^___^) angegeben, dass ich nichts habe. Der Zollbeamte war zwar etwas darüber irritiert (was denn, gar kein Alkohol und keine Zigaretten?) aber hat auch nicht weiter nachgefragt. In den Koffer geschaut hat er auch nicht. Aber wahrscheinlich hätte man mich schon in Deutschland zur Nachkontrolle geschickt, wenn ich irgendwas Seltsames im Gepäck gehabt hätte. Der gute Mann konnte übrigens auch Englisch, auch wenn er das nur ungern rausgekramt hat.
Wenn man da durch ist, hat man es geschafft. Es folgt nur noch ein kleines Stück Weg, dann kommt man an die Stelle, an der die ganzen Leute mit den Schildern stehen, die irgendjemanden abholen wollen. Auf den Schildern steht dann entweder der Name der Person, die abgeholt wird, oder der der Firma, zu der man gehört. Ich habe auch eine Autovermietung gesehen, aber dann keine Zeit mehr mit Schilder-beobachten verbracht, weil ich dann meinen Abholer gefunden habe – und das ganz ohne Schild ^_____^
Wenn ihr hier raus seid, habt ihr es geschafft. Jetzt müsst ihr nur noch irgendwie zu eurer Unterkunft kommen (nein, meine kriegt ihr nicht!) und dann könnt ihr damit anfangen, Japan unsicher zu machen.
Viel Spaß mit der neuen Freiheit – aber benehmt euch!
Über den Wolken
April 3, 2008

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Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein – oder auch nicht…
Der Flug war jedenfalls eine Erfahrung für sich. Einerseits weil man nicht alle Tage in einem Flugzeug mit mindestens 60m Länge bzw. Flügelspannweite sitzt, andererseits weil es keinen besseren Ort gibt um Menschenbeobachtungen anzustellen. Die können nämlich nicht besonders weit weg ^_____^
Aber fangen wir erstmal langsam an, immerhin muss man ja erstmal einsteigen, die Lage auskundschaften und seinen Platz finden, was mitunter gar nicht so leicht ist.Sitz! Platz!
(Nein, Hunde dürfen meines Wissens nach nicht mit an Bord)
Die Sitze sind um Einiges größer als bei den vergleichsweise kleinen Maschinen, die normalerweise für Interkontinentalflüge genutzt werden. Außerdem findet man gleich zu Anfang schon ein Kissen und eine Decke darauf. In die Rückenlehne des Vordermanns ist ein Bildschirm eingelassen und die dazu gehörende Fernbedienung sollte sich in einer eurer Armlehnen befinden (dazu komme ich noch). In der anderen ist übrigens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Klapptischchen, wenn das nicht auch im Sitz vor euch ist.
Sollte nicht schon bei Kissen und Decke ein Paar Kopfhörer gewesen sein, befindet sich das sicherlich in der Tasche mit den Broschüren, die euch einige Informationen zum Flieger, der Reiseroute und den an Bord erhältlichen Geschenkartikeln enthalten. Diese Kopfhörer hatten in meinem Fall einen doppelten Klinkenstecker, sodass sie außerhalb des Fliegers in keine anderen Geräte passen würden. (Nebenbei sind sie riesig und völlig unspektakulär, wenn man nicht gerade auf Retro-Look steht) Denkt also gar nicht erst dran, sie für zuhause einzupacken ^^
Mitreis(s)ende
Da war einerseits diese französische Schulklasse in der Economy Extra, eine Reisegruppe von vielleicht 8 Schülern die irgendwas zwischen 12 und 14 Jahren alt waren. Was um alles in der Welt haben die für Eltern? Millionäre wie du und ich, wahrscheinlich. Ich habe es in dem Alter gerade mal bis nach Frankreich geschafft, aber lassen wir das ^^.
Dann war vor mir eine anscheinend Japanisch-dänische Familie mit einer kleinen Tochter, die sich einen Spaß daraus gemacht hat, dem Flugpersonal im Weg zu stehen. Und das musste natürlich immer höflich bleiben, ganz egal wie sehr die Kleine genervt hat (sie war aber auch wirklich niedlich) Neben mir saßen zwei Orange-Girls, denen man immerhin zugute halten kann, dass sie wenigstens nicht ganz so angebrannt aussahen wie man erwarten könnte. Dafür waren ihre Fingernägel aber besser als jede Mordwaffe, mal davon abgesehen, dass sie quietschbunt waren. Die beiden waren eigentlich ganz angenehme Nachbarn, von den unerwarteten „KAWAAAAAIIIIIIII!“-Rufen mal abgesehen, die mich doch ziemlich effektiv vom Schlafen abgehalten haben. Das haben aber die beiden Amerikaner hinter mir mit noch mehr Erfolg betrieben, denn die Orange-Girls hatten wenigstens noch einen gesunden Schlaf-wach-Rhythmus und waren dann wenigstens mal für drei Stunden ruhig. Das Pärchen hinter mir nicht. Und es war ihnen offenbar ganz egal, dass der Rest der Passagiere sich nicht dafür interessiert, wie toll sie ihren Film fanden…
UnterhaltungAch, das Unterhaltungsprogramm - das ist eigentlich fast einen Eintrag für sich allein wert… Dass es in Reisebussen ein Videoprogramm gibt, ist ja allgemein bekannt. Nun, auf Langstreckenflügen gibt es auch eins. Das war erstmal ein richtiger Kulturschock für jemanden wie mich, der vorher nur mit Billigfliegern geflogen ist. Man bekommt aber nicht etwa einen Film vorgesetzt, nein, man hat sogar die Wahl zwischen verschiedenen Programmen.
In meinem Fall waren es mindestens 12 Filme, von denen einige gerade erst im Kino waren und andere einfach Kultstatus haben. Meist sind Familienfilme dabei, außerdem gab es noch Cartoons, Dokumentationen und mehrere verschiedene Musikkanäle. Zusätzlich konnte man Spiele spielen, da wurde die Fernbedienung dann kurzerhand zur Steuerung umfunktioniert, und wenn das noch nicht reichte konnte man sich anschauen, was die Außenbordkameras zu sagen hatten. Es gab die Wahl zwischen dem Blick nach unten und dem Blick nach vorn. Da der größte Teil des Flugs aber über Nacht ging, war das nicht unbedingt immer spannend ^,^
OrganisatorischesVielleicht eine Stunde nach dem Einstieg wurden an jeden Reisenden mindestens zwei auf den ersten Blick seltsame, beige Zettelchen verteilt. Einer davon war für die Einreisebehörde, der andere für die Zollbehörde. Die Einreisebehörde wollte neben den üblichen persönlichen Angaben noch mal wissen, was ich für einen Beruf habe und wo ich zu wohnen gedenke, das Zollamt möchte Angaben, ob ihr irgendwelche illegalen oder Einfuhr beschränkten Waren bei euch habt.
Was vielleicht wichtig ist: wenn ihr unbegleitetes Gepäck habt (also einen Koffer nicht in diesem Flugzeug bei euch habt) müsst ihr dafür einen zweiten Zettel ausfüllen. Diese Zettel sind sehr wichtig, also falls das Personal vergisst sie auszuteilen, solltet ihr vielleicht mal nachfragen.
Vielleicht eine halbe Stunde nach den Zetteln gab es Abendessen. Das war total aufregend, weil ich noch nie in einem Flugzeug richtige Mahlzeiten bekommen habe. Es gab einen Becher mit Rote-Beete-Salat, einen Becher mit stillem Mineralwasser, einen Becher mit drei Mikrowindbeuteln in Schokosoße zum Nachtisch und als Hauptgang eine Assiette mit gebratener Hühnchenbrust, Kartoffeln, Mischgemüse und gebratenen Zwiebeln, außerdem eine leere Tasse, eine dreieckige Packung Kondensmilch und etwas Butter. Das Besteck war zusammen mit Pfeffer, Salz, Zucker und einem Reinigungstuch eingeschweißt, außerdem gab es auch Stäbchen (sehr praktisch für das Hühnchenfilet ^.~)
Alle paar Minuten wuselte dann eine Flugbegleitung vorbei und bot Kaffee, Tee oder Brötchen an, die übrigens frisch aufgebacken und unglaublich lecker waren.
Vorsicht übrigens beim Öffnen der Becher, die sind bei normalem Luftdruck eingepackt. In der Höhe von etwa 10 000m, in der ihr euch befinden dürftet, herrscht ein ziemlicher Unterdruck, es dürfte also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spritzen. Dreht also am Besten den Becher von euch weg, wenn ihr ihn aufmacht. In Richtung unliebsamer Sitznachbarn beispielsweise XD
Meinem Bauch zufolge etwa zwei Stunden später gab es eine Art Mitternachts-snack. Da ich eine skandinavische Fluggesellschaft genutzt habe, war das ein Wrap mit Elchsalami. Vielleicht drei oder vier Stunden danach gibt es auch schon wieder Frühstück, und wenn ihr zwischendurch mal Durst habt, sprecht einfach eins der Besatzungsmitglieder an und lasst euch einen Tomatensaft bringen. Für euer leibliches Wohl ist also bestens gesorgt. Und alles andere ist doch wirklich halb so schlimm.
Ich wünsche allen Fliegen(den) einen guten Flug und eine sichere Landung.
Ich packe meinen Koffer …
März 28, 2008
… und nehme so ziemlich alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.
Nun, das muss ehrlich gesagt nicht sein. Es gibt grundsätzlich nichts in Deutschland, was es nicht in Japan auch geben würde. Zumindest an Dingen, die für die Reise notwendig sind.
Es gibt sicherlich zahlreiche Seiten mit ähnlichen Auflistungen, aber ich mache trotzdem mal eine kleine Liste mit Grundutensilien, die euch zumindest über die ersten Tage bzw. schon die Langeweile im Flugzeug helfen sollten. Darum fange ich erstmal mit dem Handgepäck an:
- Reisepass (einschl. Visum)
- Flugticket
- Versicherungsschein
- Handy
- Kamera
- EC-/ Kreditkarte
- Spannendes Buch, Rätselzeitschrift oder alternativ ein Japanisch-Crashkurs
- Kugelschreiber
- Taschentücher
- Ohrstöpsel
- vielleicht den mp3-player oder eine tragbare Spielekonsole wie PSP oder NDS
- Reisekaugummi oder Zahnpflegekaugummi
Falls ihr einen Zwischenstopp bei eurem Flug habt, wie das bei mir der Fall ist, nehmt besser noch ein paar Kekse oder anderes Knusperzeug mit, damit ihr am Umsteigeflughafen nicht übermäßig Geld für Essen ausgeben müsst.
Jetzt zum Koffer – wie gesagt, das sind nur Anhaltspunkte, ihr solltet eigentlich alles, was man irgendwie vergessen kann, in Japan kaufen können.
Schal und Handschuhe könnt ihr übrigens daheim lassen, wenn ihr nicht gerade nach Hokkaido wollt, derzeit sind in Tokyo zwischen 12 und 18 °C und mir wurde versichert, dass kein kalter Wind weht. Ich gehe dann mal davon aus, dass jeder selbst weiß, was er für Kleidung braucht, und erinnere nur an den ganzen Rest.
- Ladekabel (für Handy, Spielkonsole, mp3-player, Kamera etc.)
- USA-Steckdosenadapter, falls ihr einen habt
- Reiseapotheke mit Impfausweis, Pflastern und Tabletten gegen Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Übelkeit und Magenkrämpfe, Wundbalsam, vielleicht Augentropfen, Nasenspray
- Hautcreme (das Wasser hat eine andere Zusammensetzung als bei uns, Hautirritationen sind vorprogrammiert)
- Haarspülung/Conditioner (wieder wegen dem Wasser)
- Ersatzspeicherkarte für die Kamera
- Wörterbuch
- Schreibutensilien
- Falls ihr ein Working Holiday Visum habt, packt noch zwei von den Biometriefotos ein, die braucht ihr später bei der Anmeldung in eurer zuständigen Einwanderungsbehörde.
Vergesst bei all dem Krempel bloß nicht die Unterwäsche und die Socken, und falls ihr über den Sommer in Japan seid, steckt auch die Badesachen und Sonnencreme ein. Wenn euch sonst noch etwas einfällt, was unbedingt notwendig ist, dann schreibt mir doch einfach und ich füge das meiner Aufzählung noch hinzu.
In diesem Sinne: Guten Flug und eine sichere Landung!


